Petitionsübergabe „Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzprodukte“

Am Dienstag, 6.10.2015, wurde die Petition „Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzprodukte“ im Bundeshaus in Bern übergeben. Die Tierpartei, alle unterstützenden Organisationen und die Unterzeichner der Petition tragen damit ein Anliegen an das Parlament heran, endlich ein Thema in Angriff zu nehmen, das bereits seit längerem allen Menschen ein Dorn im Auge ist, die sich für das Wohl der Tiere einsetzen.

Um was geht es in dieser Petition?

Aus Sicht des Tierschutzes ist die kommerzielle Produktion von Pelzerzeugnissen untrennbar mit erheblichem körperlichem und psychischem Tierleid verbunden, wodurch zentrale Prinzipien des Schweizer Tierschutzrechts massiv missachtet werden. In der Schweiz gibt es als Folge dieser gesellschaftlichen Überzeugung seit vielen Jahren keine gewerbliche Pelztierzucht mehr.

Da die Modebranche trotz Alternativen nicht auf Pelz verzichten möchte, werden die Schweizer Tierschutzbestimmungen durch den Import von Pelzprodukten umgangen: Diese Pelzerzeugnisse stammen grösstenteils aus tierquälerischen Zuchtbetrieben mit bis zu 100‘000 Tieren oder aus tierschutzwidrigen Jagdformen (Totschlaginstrumente bei Robben, Tellereisen, Schlingen- und Totschlagfallen bei Nerzen und Füchsen), welche in der Schweiz klar gegen den Grundsatzartikel der Tierschutzgesetzgebung (Art. 4 Abs. 2) verstossen würden: „Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine Würde missachten. Das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten.“ Dieser Gesetzesartikel hat für alle Tiere gleichermassen zu gelten und darf nicht durch massenhaften Import entsprechender Produkte aus dem Ausland untergraben werden.

Artikel 14 Abs. 1 des Schweizer Tierschutzgesetzes verleiht dem Bundesrat die Kompetenz, die Einfuhr von Tieren und Tierprodukten aus Gründen des Tier- und Artenschutzes zu verbieten. Gestützt darauf ist ein Importverbot für Pelzprodukte aus tierquälerischer Produktion zu erlassen. Als tierquälerisch gelten nach Auffassung der Petitionäre alle Handlungen, welche in der Schweiz die Straftatbestände der Misshandlung, der Würdemissachtung oder der qualvollen Tötung gemäss Art. 26 Abs. 1 TSchG erfüllen.

Es ist zu hoffen, dass der Gesetzgeber den Mut findet, das unsägliche Leid der Pelztiere zu beenden und sich nicht weiter schuldig macht am Blut der Tiere, indem die Tierquälerei weiterhin geduldet und die Einführung eines Importverbots abgelehnt wird.